Der Film "Contagion", antike Prophezeiungen und das Coronavirus: Wiederholt sich die Geschichte?
- Arda Eşberk

- 11. Juli
- 4 Min. Lesezeit
„Fass niemanden an, sprich mit niemandem!“ (Contagion – Der Film (2011))
Die wahr gewordene Prophezeiung des Kinos: Der Film "Contagion"

Eine amerikanische Frau, die sich auf einer Geschäftsreise in Hongkong befindet, fühlt sich nach ihrer Rückkehr nach Hause nicht gut. Was sie zunächst für bloße Erschöpfung hält, nimmt eine völlig andere Dimension an, als sie sich in der Küche Kaffee einschenkt und das Glas fallen lässt. Sie bricht zusammen, bekommt Krampfanfälle und verliert ihr Leben. Die Ursache ist ein mysteriöses und tödliches Virus, das sie sich auf ihrer Geschäftsreise eingefangen hat.
Unter der Regie von Steven Soderbergh erzählt der 2011 erschienene Film Contagion, wie ein Virus, das sich über die Luft und die Atemwege verbreitet und Menschen innerhalb weniger Tage tötet, die Welt erobert. In dem Film trägt diese fiktive Krankheit den Namen MEV-1.
Erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen dem Film "Contagion" und dem Coronavirus (COVID-19):
Der Ursprung des Virus: Das MEV-1-Virus im Film wird, genau wie bei den heutigen Theorien, von einer Fledermaus auf ein Schwein und von dort auf den Menschen übertragen.
Ausbreitungsgeschwindigkeit und -art: Eine rasante, interkontinentale Ausbreitung über die Atemwege.
Schutzmaßnahmen: Die lebenswichtige Bedeutung von Hygiene, häufiges Händewaschen und die strenge Regel, das Gesicht und die Nase nicht zu berühren.
Globale Auswirkungen: Die Tatsache, dass sowohl die Suche nach einem medizinischen Heilmittel als auch die sich schnell ausbreitende gesellschaftliche Angst die Weltwirtschaft und die Politik bedrohen.
Wenn wir heute darauf zurückblicken, wirkt dieser Film wie eine Hollywood-Prophezeiung, die unsere Gegenwart beleuchtet. Wäre es nicht großartig gewesen, wenn die Kinowelt auch eine Prophezeiung darüber abgegeben hätte, wie wir diese Krankheiten wieder loswerden?
Die Wiederholung der Geschichte: Epidemien in der Antike und die Suche nach Lösungen
Das Sprichwort "Die Geschichte wiederholt sich" gilt auch für Epidemie-Krankheiten. Epidemien hat es auf der Erde schon immer gegeben und wird es auch weiterhin geben. Jede Seuche hat die Menschheit politisch, sozial, psychologisch und religiös auf eine neue Ära vorbereitet und quasi eine Botschaft übermittelt.
Als wir das Jahr 1888 schrieben, wurde in Manisa ein Statuensockel gefunden, dessen unterer Teil fehlte und der auf drei Seiten eine griechische Inschrift trug. Dieser Sockel, der nach 1906 verschwand, aber im Jahr 2000 wiedergefunden und in das Museum von Manisa gebracht wurde, birgt ein historisches Geheimnis.
Der Text darauf ist ein antikes Rezept, das den Trokettanern, die im 2. Jahrhundert n. Chr. mit einer großen Epidemie konfrontiert waren, rät, wie sie diese Katastrophe überleben können.
Die berühmtesten Orakelstätten der antiken Welt
Nach dieser Epidemie, die die damalige Bevölkerung dezimierte, wurden Gesandte zum berühmten Orakelzentrum Klaros geschickt, um eine Lösung zu finden. In der antiken Welt pilgerten Könige, Reiche und all jene, die wichtige Entscheidungen treffen mussten, zu den berühmten Orakelstätten der damaligen Zeit. Denn damals wurden Katastrophen als Zorn der Götter angesehen.
Die bekanntesten Orakelstätten der Antike waren:
Delphi: (Apollon)
Dodona: (Zeus)
Pergamon: (Asklepios)
Didyma: (Apollon)
Klaros: (Apollon)
Die wichtigste Gottheit dieser Zentren war Apollon, der "Orakel verkündende" Gott. Auch das Volk von Troketta suchte Zuflucht in seiner Weisheit. Der Prophezeiung zufolge quälte die Rachegöttin Poena, verärgert über die Verfehlungen des Volkes, die Sterblichen mit großem Leid.
Was ist das Epidemie-Rezept des Orakels von Klaros?
Die Antwort (und eigentlich das Rezept zur Rettung), die das dem Apollon geweihte Orakel dem verzweifelten, mit der Epidemie kämpfenden Volk gab, ist mit folgenden Worten in die Geschichte eingegangen:
"Ihr, die ihr am Fuße des verschneiten Bozdağ in Troketta lebt und von Zeus, dem mächtigen Sohn des Dionysos und Khronos, geehrt werdet... Ein großes Unheil ist über die Ebene hereingebrochen! Eine Krankheit, der man unmöglich entkommen kann, die in der einen Hand das Schwert der Rache (Poine) trägt und in der anderen die traurigen Bilder derer, die gerade erst gestorben sind...
Ihr! Die ihr zu mir gekommen seid, um einen Weg nach göttlichem Gesetz zu finden, um dieses Unheil loszuwerden! Besorgt reines Wasser aus sieben verschiedenen Quellen. Und dann reinigt dieses Wasser und besprengt damit sogleich, zusammen mit den Nymphen (Wasserfeen), die sich daran erfreuen, die Häuser.
Sorgt außerdem dafür, dass sofort eine Statue des Phoibos (Apollon) mit einem Bogen in der Hand in der Mitte der Ebene aufgestellt wird, damit die Menschen, die diese Katastrophe in der Ebene unbeschadet überstanden haben, ihre Dankbarkeit ausdrücken können..."
Fazit: Alte Fragen, neue Welten
Der Rat der Orakel von Klaros, "sich mit reinem Wasser aus sieben Quellen zu reinigen", mag heute kein direktes medizinisches Heilmittel (abgesehen von den Hygieneregeln) für unseren Kampf gegen das Coronavirus und ähnliche moderne Epidemien sein.
Aber die eigentliche Frage, die gestellt werden muss, lautet: Ist das, was uns Zerstörung bringt, der Zorn der Rachegöttin Poena wie in der Antike? Oder gibt es moderne Mächte, die "Gott spielen", um der Menschheit durch neue Technologien und biologische Krisen eine neue Ordnung aufzuzwingen?
Die Antwort darauf wird uns die Zeit geben, die uns durch ihre stetigen Wiederholungen die Wahrheit vor Augen führt.
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